
Medizinische Klinik:
In unserer Medizinischen Klinik behandeln wir Patienten mit allen internistischen Erkrankungen. Dazu gehören Erkrankungen der Atemwege, der Verdauungsorgane und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wir versorgen darüber hinaus Patienten mit Stoffwechselerkrankungen und Störungen der hormonellen Sekretion.
Weitere Schwerpunkte unserer Medizinischen Klinik sind die Diagnose und Therapie von Nierenerkrankungen und die Behandlung von Rheuma. Im Fachgebiet Hämatologie (blutbildende Organe) und der Onkologie (Tumore) sind wir Mitglied im Tumorzentrum Darmkrebs Nordhessen e.V..
Im Einzelnen:
Abteilung I
Der Abteilung I sind folgende Fachgebiete zugeordnet: Allgemeine Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Pneumologie, Hämato- Onkologie und Nephrologie. Sie steht unter der Leitung von Prof. Dr. med. Ekkehard Schifferdecker, Facharzt für Innere Medizin mit Endokrinologie und Diabetologie. Sein Vertreter ist Oberarzt Klaus Herkersdorf, Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie.
Das Leistungsspektrum:
Endokrinologie und Diabetologie (Diagnostik und Therapie aller Störungen der hormonellen Sekretion und Stoffwechselerkrankungen)
- Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus und der Fettstoffwechselstörungen sowie Schilddrüsenfunktionsstörungen
- Ultraschalluntersuchung der Schilddüse inklusive ultraschallgesteuerter Feinnadelbiopsie
- Durchführung von Funktionstests aller endokrinen Düsen
- Behandlung des diabetischen Fußes (auch ambulant)
- Diabetiker-Gruppenschulung sowie Einzelberatung
Pneumologie (Untersuchung und Behandlung von Erkrankungen der Lunge, der Bronchien und der Pleura)
- Bronchoskopie
- Röntgendiagnostik einschließlich Computertomographie (CT) und High-resolution-CT des Thorax
- Lungenfunktionsdiagnostik einschließlich CO-Diffusion, inhalativer Provokation und Messung der Zwerchfellkraft
- Maschinelle Beatmung auf der Intensivstation, auch nicht invasiv (über Maske)
- Einstellung auf nicht invasive Heimbeatmung bei chronischer Atempumpenerschöpfung
- Pleuradrainagen
- Pleurasonographie
Nephrologie (Diagnostik und Therapie von Nierenerkrankungen)
Abteilung II
Der Abteilung II der Medizinischen Klinik umfasst die Kardiologie (Herzerkrankungen), Angiologie (Gefäßerkrankungen) und Rheumatologie. Dieser Bereich wird von Herrn Dr. med. Alexander Geib als Chefarzt geleitet.
Dr. A. Geib ist Facharzt für Innere Medizin und besitzt die Schwerpunktbezeichnungen Kardiologie und Rheumatologie, außerdem bestehen ausgewiesene Qualifikationen in der Speziellen Internistischen Intensivmedizin (sog. fakultative Weiterbildung) und in der Notfallmedizin. Insbesondere verfügt er über die Zusatzbezeichnung als Hypertensiologe (Spezialist für Bluthochdruck).
Sein Studium der Humanmedizin absolvierte er an den Universitäten in Würzburg und Göttingen; seine Ausbildung zum Internisten erfolgte auf breiter Basis in der Medizinischen Poliklinik, die Spezialisierungen dann an den weiteren Abteilungen des Universitätsklinikums Würzburg.
Die apparative Ausstattung ist auf dem modernsten Stand; so haben sich mit einem neuen Hochleistungsgerät für die Echokardiographie (Herzultraschall) und die Gefäßdiagnostik die diagnostischen Möglichkeiten erheblich erweitert.
Im Jahre 2009 wurde die Abteilung um einen Herzkathetermessplatz ergänzt, so dass auch eine invasive kardiologische Diagnostik und Therapie, z. B. Herzkranzgefässerweiterung oder –wiedereröffnung mit Ballonkathetern und Gefäßstützen („Stents“) bei akutem Herzinfarkt, durchgeführt werden kann.
Die Abteilung bietet im Einzelnen folgendes Leistungsspektrum:
Kardiologie und Angiologie:
- EKG in Ruhe und unter Belastung, 24 Std.-Speicher-EKG
- Langzeit-Blutdruckmessung über 24 Std.
- Ultraschalluntersuchungen des Herzens, auch über die Speiseröhre (transthorakale und transösophageale Farbdopplerechokardiographie)
- Stressechokardiographie (bei Verdacht auf eine Herzkranzgefässerkrankung)
- Doppler- und Farbdoppleruntersuchung der Gefäße (Venen und Arterien)
- Behandlung und intensivmedizinische Überwachung bei Herzleistungsschwäche jeder Ursache (z. B. bei Herzkranzgefäßerkrankungen, Herzklappenfehlern, Herzmuskelerkrankungen, Herzrhythmusstörungen)
- Akuttherapie bei internistischen Notfällen wie z. B. Herzinfarkt, Lungenembolien und Beinvenenthrombosen
- Intensivmedizinische Behandlung bei schwerer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) bis hin zu Schocksituationen
- Herzschrittmacherimplantationen in Zusammenarbeit mit unserer chirurgischen Abteilung und Herzschrittmacher-Kontrolluntersuchungen
- Diagnostik und Behandlung von Schlaganfällen
Rheumatologie:
- Diagnostik und Therapie der Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, z. B. rheumatoide Arthritis und weitere Autoimmunerkrankungen
Abteilung III
Der Abteilung III sind folgende Fachgebiete zugeordnet: Gastroenterologie (Erkrankungen des Verdauungstraktes, des Enddarmes, der Leber und des Stoffwechsels), Akut- und Intensivbehandlung von gastroenterologischen Notfällen (z. B. Blutungen aus Magen und Darm, Gallensteinkomplikationen), Infektiologie (z.B. bakteriell und viral verursachte Durchfälle, akute und chronische Hepatitis, Lungenentzündungen) und Onkologie (Tumorerkrankungen der Verdauungsorgane). Die Abteilung steht unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Ortwin Mann. Er ist Facharzt für Innere Medizin mit der Schwerpunktbezeichnung Gastroenterologie und mit den Zusatzbezeichnungen Diabetologie, Proktologie und Sozialmedizin.
Sein Vertreter ist Oberarzt Dr. med. Norbert Krauss, Internist mit Schwerpunkt Gastroenterologie. Er verfügt über besondere Erfahrungen in der diagnostischen und therapeutischen Endoskopie des oberen, unteren und mittleren Verdauungstraktes, bei der Videokapselendoskopie, bei Patienten mit Refluxkrankheit und Zoeliakie.
Das Leistungsspektrum der Abteilung umfasst alle Krankheitsbilder aus der Gastroenterologie. Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei der Behandlung von Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Auch Patienten mit Schluckstörungen und Problemen des Magens, mit Beschwerden des Enddarmes, Lebererkrankungen, Stoffwechselstörungen einschließlich Diabetes mellitus und Übergewichtsproblemen finden hier eine besondere Kompetenz. Enge Zusammenarbeit erfolgt mit der viszeralchirurgischen Abteilung bei Akuterkrankungen der Verdauungsorgane wie Blutungen, Gallensteinkomplikationen und der Symptomatik des „akuten Bauches“.
Patienten mit Tumorerkrankungen der Verdauungsorgane (z. B. kolorektales Karzinom) werden nach den aktuellen Leitlinien und im Rahmen der Onkologie-Vereinbarung in Zusammenarbeit mit einem Tumorboard und dem Tumorzentrum Darmkrebs Nordhessen e.V. behandelt. Hier besteht eine besondere sozialmedizinische und palliativmedizinische Betreuung unserer Patienten.
Die Endoskopieabteilung wird Anfang 2010 neu gebaut und mit den neusten technischen Geräten ausgestattet. So werden alle Untersuchungen und Eingriffe in HDTV-Videotechnik durchgeführt. Durch zusätzliche Zoomtechniken und Farbfilterverfahren sind Einblicke in die Körperregionen von größter Schärfe möglich. Damit können auch mikroskopisch kleine Tumore erkannt und abgetragen werden. Aber auch die Abtragung von großflächigen Tumoren, zum Beispiel im Darm, werden mit speziellen Techniken (endoskopische Mukosaresektion) zukünftig durch das Endoskop abgetragen. Den Patienten bleibt dadurch oft ein operativer Eingriff erspart. Andere gutartige Strukturen der Magen- und Darmschleimhaut können mit einem Argonbeamer – technisch vergleichbar einem Laser – abgetragen werden.
Bei Erkrankungen der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse stehen zukünftig alle technischen Möglichkeiten der ERCP (Endoskopische Retrograde Cholangio- Pankreatikographie) zur Verfügung. Dabei gelingt es zum Bespiel, Gallensteine durch das Endoskop zu entfernen oder bei Gangverschlüssen Ableitungsröhrchen (Strents) zu implantieren.
Alle Eingriffe erfolgen schmerzfrei und auf Wunsch des Patienten in tiefer Sedierung oder Narkose. Durch das „Scope Guide“ –System kann das Koloskop auf einem Magnetfeld sichtbar gemacht werden. Dadurch können ohne Röntgenstrahlenbelastung manche schwierige Darmspiegelungen sehr erleichtert und für den Patienten angenehmer gestaltet werden.
Den gastroenterologischen Fachärzten der Abteilung bleiben keine Körperregionen verborgen. So ist es mit der Endosonographie möglich, durch ein Ultraschallgerät, das in ein Endoskop eingebaut ist, durch die Schleimhäute hindurch zu sehen bis in die tieferen Regionen der Magen- und Darmwände. Mit speziellen Punktionsnadeln können dann auch Gewebsproben aus tieferen Regionen entnommen werden.
Durch ein spezielles ballongeführtes Dünndarmendoskop gelingt der Zugang bis in die tiefsten Abschnitte des Dünndarmes. Hier finden sich manchmal Tumoren oder Blutungsquellen, die mir anderen Endoskopen nicht erreichbar sind.
Bei endoskopischen Notfällen bestehen alle Möglichkeiten der sofortigen interventionellen Blutstillung einschließlich Varizenbehandlung, der Notfall-ERCP, der endoskopischen Entfernung von Fremdkörpern.
Bei Ernährungsproblemen (z.B. bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen, mit Tumorleiden, bei dementen Patienten) verfügt die Abteilung über alle Möglichkeiten, Ernährungssonden (Dünndarmsonden, PEG, PEJ, Magendirektpunktionen) zu legen oder zu implantieren.
Eine weitere Innovation im Elisabeth-Krankenhaus ist das gastroenterologische Funktionslabor. Mit Hilfe der Manometrie und pH-Metrie werden Schluckstörungen, Magenentleerungsprobleme, Refluxkrankheiten, Probleme des Endarm-Schließmuskels untersucht und behandelt. Verdauungsstörungen von Milchzucker, Fruchtzucker und von Zuckeraustauschstoffen werden mit der H2-Atemtest-Methode aufgedeckt. Die Patienten können sich anschließend durch die Diätberaterin des Hauses informieren und beraten lassen.
Die Abteilung ist zukünftig mit einem „High-End“ Ultraschallgerät ausgestattet, das eine sehr feine Darstellung der Bauchorgane einschließlich der Blutorgane und Blutströmungen ermöglicht. Damit können auch gezielte Organpunktionen durchgeführt werden. Durch die Verwendung von Ultraschall-Kontrastmitteln werden die Möglichkeiten des Ultraschalls noch zusätzlich erweitert und es ergibt sich damit eine Bilddarstellung, die dem CT oder Kernspin bei vielen Fragestellungen überlegen ist. In der neu eingerichteten Abteilung III werden somit diagnostische und therapeutische Möglichkeiten in einem sehr breiten Spektrum und auf höchstem technischen Niveau angeboten.
Die Medizinische Klinik verfügt über insgesamt 91 Betten auf 4 Allgemein-Stationen und weiteren 4 Betten auf der interdisziplinären Intensivstation.